Einleitung
Die richtige Fütterung von Legehennen ist zentral für Gesundheit, Legeleistung und Eierschalenqualität. Eine ausgewogene Ernährung reduziert Stress, verbessert die Futterverwertung und sorgt für stabile Legeleistungen über das ganze Produktionsjahr. Im folgenden Beitrag finden Sie praxisnahe Empfehlungen zur Futterzusammensetzung, notwendige Ergänzungen, jahreszeitliche Anpassungen und Kontrollmaßnahmen.

Grundsätze einer ausgewogenen Ration
- Energie: Energiebedarf wird hauptsächlich durch Körner (Mais, Weizen) gedeckt. Zu wenig Energie führt zu reduzierter Legeleistung, zu viel Energie zur Gewichtszunahme.
- Protein und Aminosäuren: Rohprotein sollte altersabhängig bemessen werden. Wichtig sind essentielle Aminosäuren wie Methionin, Lysin und Threonin für Federaufbau und Eiproduktion.
- Mineralien: Calcium und Phosphor sind entscheidend für die Schalenbildung. Ein ausgewogenes Ca:P-Verhältnis (typisch etwa 4:1 bis 10:1 bei Legehennen je nach Fütterungsstrategie) ist notwendig.
- Vitamine und Spurenelemente: Vitamin D3, Vitamin E, Natrium, Chlorid, Zink und Mangan beeinflussen Stoffwechsel, Immunsystem und Schalenstärke.
Futterformen und Zusammensetzung
Gängige Futterformen sind Pellets, Mash und Crumbles. Pellets fördern die Futteraufnahme und verringern Selektionsverhalten. Eine Beispielzusammensetzung für Legehennen im Legestall (prozentuale Angaben richtwertig):
- Kraftfutter: 60–70% (Mais, Weizen, Gerste)
- Proteinträger: 15–20% (Sojaschrot, Rapskuchen)
- Mineralstoffe & Kalk: 6–10% (feinkörniges Calciumcarbonat, Muschelschalen als Ergänzung)
- Vitamine & Aminosäureergänzungen: nach Bedarf
Sie sollten die Rezeptur an Alter, Legeleistung und Haltung anpassen. Junge Hennen (9–18 Wochen) benötigen andere Protein- und Mineralwerte als ausgewachsene Legehennen in der Produktionsphase.
Wichtige Ergänzungen
- Calciumquellen: Feinkörniger Kalk im Tagesfutter und grobkörnige Muschelschalen oder Gehackteskalk als Nachkorn zur Nacht für die Schalenbildung.
- Phosphor und Phytase: Pflanzliche Phosphorquellen sind oft gebunden; Phytase verbessert die Verfügbarkeit und reduziert Phosphor-Emissionen.
- Salz: NaCl in moderaten Mengen zur Regulation des Elektrolythaushalts.
- Probiotika/Präbiotika: Können Darmgesundheit und Futterverwertung verbessern, besonders nach Stressphasen oder Umstallungen.
Jahreszeitliche Anpassungen
Grundsätzlich ändern sich Bedarf und Herausforderungen mit den Jahreszeiten:
- Sommer: Hitze reduziert Futteraufnahme. Erhöhen Sie die Energiedichte der Ration, bieten kühles Wasser, Elektrolyte und sorgen für Belüftung. Kleinere, häufiger verabreichte Portionen können hilfreich sein.
- Winter: Höherer Energiebedarf zur Thermoregulation. Achten Sie auf ausreichende Energie- und Proteinzufuhr und auf unvereisten Trinkwasserzugang.
- Mauser/Umstallung: Während der Mauser steigt der Bedarf an Protein und bestimmten Aminosäuren für den Federaufbau.
Futterhygiene und Lagerung
Qualitativ hochwertiges Futter ist nur so gut wie seine Lagerbedingungen. Achten Sie auf trockene, kühle Lagerung, Schutz vor Schädlingen und regelmäßige Kontrolle auf Schimmel. Verunreinigtes Futter kann Mykotoxine enthalten — diese beeinträchtigen Gesundheit und Legeleistung.
Praktische Tipps zur Umsetzung
- Regelmäßiges Wiegen und Beobachten des Körperzustands: zu dicke Hennen legen oft schlechtere Eier, zu dünne sind anfälliger für Krankheiten.
- Frisches Wasser rund um die Uhr — Wasserqualität prüfen.
- Kontrolle der Eierschalenqualität und Eiweißkonsistenz als Indikator für Mineral- und Vitaminstatus.
- Dokumentation von Futterverbrauch und Legeleistung zur Optimierung der Ration und Kostenkontrolle.
Beispiel-Rationsberechnung (vereinfacht)
Für eine durchschnittliche Legehenne in der Produktionsphase: Energiegehalt ME ca. 11–12 MJ/kg, Rohprotein 16–18% (abhängig von Aminosäureergänzung), Calcium 3.5–4.5% im Gesamtfutter (zusätzlich grobkörniges Calcium als Nachtkorn). Diese Werte sind Richtwerte — individuelle Anpassung durch einen Fütterungsberater ist empfohlen.
Fazit
Die Fütterung von Legehennen erfordert ein ganzheitliches Management: ausgewogene Nährstoffe, bedarfsorientierte Ergänzungen, jahreszeitliche Anpassungen und strenge Futterhygiene. Beobachtung und Dokumentation helfen, Probleme früh zu erkennen und die Futterkosten effizient zu steuern. Bei spezifischen Problemen oder Unsicherheiten empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Geflügelernährungsberater oder Tierarzt.
Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen ein Beispielrezept für eine Ration nach Tierzahl und Alter berechnen — nennen Sie mir dafür Alter, Haltungssystem (Boden, Freiland, Käfighaltung) und Anzahl der Hennen.
Anna
Sehr hilfreicher Beitrag, besonders die Hinweise zu Calcium und Muschelschalen waren für mich neu. Danke!
BauernhofMüller
Praktische Tipps zur Sommerfütterung haben mir geholfen, die Legeleistung bei Hitze zu stabilisieren.
Tierfreund
Könnten Sie ein Beispiel für eine Jungtier-Ration posten? Die Werte für junge Hennen würden mich interessieren.
Praktiker
Gute Zusammenfassung. Achtet bitte beim Einsatz von Zusatzstoffen auf die Herstellerangaben und gesetzliche Vorgaben.
LegehennenLiebhaber
Danke für die klaren Empfehlungen. Die Hinweise zur Futterhygiene haben bei uns vieles verbessert.